Pavillon zur Architekturwahrnehmung


In Skizzen und Modellstudien entwickelten sie eine Skulptur, die sich zum einen mit dem Ort in Bezug auf Größe, Lage und Maßstäblichkeit auseinander setzte und zum anderen mit den Aspekten Raumwirkung, Proportion, Materialität, Licht, Transparenz und Nutzung arbeitete. Die organische Form des Raumkörpers spielte mit den Begriffen Innenraum – Außenraum, Raumbegrenzung – Raumöffnung, Geschlossenheit – Transparenz, Abschirmung – Offenheit, Ruhe – Bewegung, Konzentration und Weite.

In nur vier Tagen baute die Schülergruppe aus 500 gleich großen Holzelementen die beiden Raumfiguren, die - ineinander verschränkt - im Inneren einen „Ort der Stille“ bildeten. Die Kanthölzer wurden aufeinander geschichtet und verschraubt und schließlich acht Tonnen Kies in den Innenraum des Pavillons geschaufelt. Der Besucher wurde vom Marktplatz kommend in den Raumkörper geleitet. Die geschwungene Wandscheibe führte ins Innere zum Ort der Stille. Folgte der Besucher der gebogenen Außenwand, gelangte er in den „Hof“ mit der Skulptur von Gertrude Reum. Die „Raum-Skulptur“ im Dialog mit der „Reum-Skulptur“.  

Die Gesamtkonzeption lebte vom Kontrast des geschwungenen Körpers mit dem  strengen Innenhof, der begrenzt ist vom historischen Rathaus aus den Jahren 1570-72 von Nikolaus Hofmann und dem Erweiterungsbau von Prof. Fred Angerer aus dem Jahr 1959. Während Rathaus und Platz in den Materialien Stein und Putz dominieren, wurde der Raumkörper in Holz errichtet.

Die Pavillon war rechtzeitig fertig zur Eröffnung der Vierten Architekturwoche . Die Resonanz war sehr positiv. Entstehung und Konzeption wurden während der Woche in einer kleinen Ausstellung im Rathaus erläutert. In einer letzten Aktion webten die Schüler während des Abschlussfestes im Innenhof ihre Raumskulptur mit unzähligen Schnüren ein. Sie wollten so das Volumen zwischen den Wandscheiben sichtbar machen und gleichzeitig ihre Arbeit vor den Fans schützen, die anlässlich der Fußball-Europameisterschaft auf dem Marktplatz erwartet wurde.   

Der Pavillon soll im Stadtgebiet an prominenter Stelle einen endgültigen Standplatz finden.

 

Durchdührung: Annette Schiemann, Architekturbüro Jäcklein BDA, Stefan Schlicht, Architekturbüro Jäcklein BDA, Christian Kern, Architekturbüro Schefbeck BDA

Schüler: Leonore Jonasch, Evelin Reuß, Anne Geßner, Stefan Voit, Niklas Neuschwanger, Bendikt Kestler, Julian Seufert, Jens Wehr, Christoph Schmitt

 
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Pavillon zur Architekturwahrnehmung


Workshop zur Architekturvermittlung an Schulen

Im Rahmen der 4. Architekturwoche in Schweinfurt fand mit dem Leistungskurs Kunst am Alexander-von-Humboldt-Gymnasium ein Workshop zum Thema Architekturwahrnehmung statt.
Betreut durch Reinhold Jäcklein und den Mitarbeitern Stefan Schlicht, Annette Schiemann und Christian Kern vom Architekturbüro Schefbeck sollten die Schüler ihre Erfahrungen mit Architektur im Innenhof des Rathauses in einem Raumkörper baulich umsetzen.
Nach dem theoretischen Teil und Besuchen von prägnanten Gebäuden in der Stadt fand sich ein harter Kern von sieben Schülern
zusammen, die bereit waren, den Pavillon gemeinsam mit den Architekten zu entwickeln und zu bauen. mehr...